## Session 26 – Zwischen Sturm und Feuer
*4.–10. Siravel 662 nBG*
*Dieser Rückblick folgt den Ereignissen des Spielabends möglichst genau. Ergänzungen oder abweichende Erinnerungen der Masketiers sind jederzeit willkommen – doch diese Fassung hält fest, was die Gruppe erlebt, entschieden und voneinander erfahren hat.*
## Der Rat und der Auftrag
Als [[Ravok]] die Masketiers nach [[Vendaris]] brachte, begann die Audienz beim [[Der_Rat_der_Sieben|Rat der Sieben]] beinahe damit, dass ein Wyvern auf einem Gebäude landete. Ravok fand erst nach einem kurzen, unübersehbar energischen Versuch eine bessere Stelle, doch die Gruppe selbst betrat den Ratssaal mit der gewohnten Mischung aus Selbstvertrauen und Chaos. Pock erklärte ohne Zögern, die Masketiers seien die beste Armee, die man sich wünschen könne. Elyas lächelte dazu nur und ergänzte:
> “They even come twice.”
Der Satz blieb im Raum stehen – eine Anspielung auf jene Masketiers, die bereits einmal gestorben und dennoch wiedergekehrt waren. Der Rat liess sich davon allerdings nicht ablenken. Das Council in Zhal'Qasir sollte Vertreter metallischer Dragons, weltliche Gesandte und Geistliche zusammenbringen; Vendaris brauchte für seine Delegation auf dem Weg dorthin einen Schutz, dem man vertrauen konnte. Die Entscheidung blieb bei der Gruppe. Die Masketiers nahmen das Escort-Mandat an und reisten fortan als offizielle Vertreter von Vendaris.
![[NPC_Der_Rat_der_Sieben.jpg|s26-de-council]]
Ihre Lösung war ebenso praktisch wie typisch für sie: Cruella, Kailani und Naeris würden die Karawane aus der Luft auf Ravok sichern; Elyas, Valk und Pock würden mit den Wagen, Gesandten und Tieren auf der Strasse bleiben. Als nach ihrer diplomatischen Ausbildung gefragt wurde, erklärten Pock und Valk sie beide für erfolgreich abgeschlossen. Für die Kommunikation während der Reise übergab der Rat den Masketiers zwei Sending Stones. Elyas nahm sie mit dem Ausdruck eines Mannes entgegen, der ziemlich sicher war, selbst etwas Vergleichbares bauen zu können, aber trotzdem nicht vorhatte, ein Geschenk abzulehnen.
Wichtiger war, was die Gruppe über den kommenden Krieg sagte. Auf die Frage, wie Vendaris sich vorbereiten müsse, wenn Zoraths Bedrohung weiterwachse, stellten die Masketiers nicht Macht, Vergeltung oder Drachenherrschaft in den Mittelpunkt. Sie sprachen von Evakuierung, Schutzräumen und davon, Menschen in Sicherheit zu bringen, bevor der Krieg sie erreicht. Lady Marith vertraute dieser Linie. Der Rat sagte zudem Unterstützung mit Material für den weiteren Ausbau des [[Dragon_Gaze_Manor|Dragon Gaze Manor]] zu.
Nicht alles wurde offengelegt. Die Masketiers teilten, was sie über die Seven Wings, Selathra, Ravok und Rhazaryn wussten. Die Khalite-Wyvern-Technologie, Valks Berührung durch Bahamut und Cruellas drakonische Resonanz behielten sie für sich. Auch der Rat hatte keine vollständige Antwort auf die Frage, was [[Zorath_Velaryn|Zorath]] letztlich beabsichtigt; bekannt war nur, dass seine Leute chromatische Dragons beobachteten und dass die Dominion of Scales längst nicht mehr wie eine lose Ansammlung von Räubern handelte. Während der Audienz hatte Valk zudem bei Asteria einen kurzen, nicht einordenbaren Zukunftseindruck. Er verging zu schnell, um ihn zu deuten, blieb aber als ein unangenehmes Fragezeichen zurück.
## Sieben Tage durch die Moonfree Desert
Die Eskorte verliess Vendaris am Morgen des 4. Siravel. Über den Wagen zog die staubige Hitze der [[Moonfree_Desert|Mondfreien Wüste]], während Ravoks Schatten immer wieder über Zelte, Kamele und die hellen Tücher der Delegation glitt. Die beiden Gruppen blieben über die Sending Stones in Verbindung, doch sie sahen nicht dieselbe Reise.
![[Mood_Reise_nach_XharVesha_Tag.jpg|s26-de-moonfree]]
Schon am ersten Tag entdeckte die Luftgruppe einen kleinen Schrein Bahamuts inmitten der trockenen Weite. Die Kerzen brannten noch, und die Opfergaben waren frisch genug, um nicht von Sand überzogen zu sein. Jemand hatte diesen abgelegenen Ort erst kurz zuvor aufgesucht. Bevor sich aus diesem Fund mehr machen liess, wurde die Karawane gegen Abend von vier [[Chimera|Chimeras]] angegriffen. An ihren Körpern glühten rote Kontrollmarken; die Wesen jagten nicht wahllos, sondern gingen auffällig gezielt auf Zugtiere und offene Wagen los. Zwei Kamele brachen unter dem ersten Ansturm zusammen. Naeris brachte beide zurück, ehe aus Panik oder Verletzung ein wirklicher Verlust werden konnte, und die Masketiers schlugen die Angreifer ohne weitere Opfer zurück. Die Marken und der Feueratem einzelner Kreaturen machten deutlich, dass dies keine gewöhnliche Jagdbegegnung gewesen war.
![[NPC_Caelion_Myrrh.jpg|s26-de-caelion]]
![[NPC_Lady_Marith_Valestra.jpg|s26-de-marith]]
In der ersten Nacht boten Caelion und Lady Marith Valk einen Tee an. Der Versuch, aus der Einladung mehr Informationen über Rat, Delegation und die Lage herauszuholen, wurde zunehmend fordernd. Elyas entschied, dass ein sehr förmliches Teegespräch genau der richtige Zeitpunkt sei, auf die Möglichkeiten seines **Alchemy Jug** hinzuweisen. Bier, Mayonnaise und beinahe jede andere denkbare Flüssigkeit seien schliesslich verfügbar. Lady Marith nahm die Bemerkung nicht als Bereicherung ihrer Teekultur auf. Das Gespräch endete kurz darauf; Caelion und Lady Marith zogen sich zurück, und zumindest ein Teil der Gruppe ging mit dem klaren Eindruck schlafen, dass Diplomatie auch eine Frage des richtigen Getränks ist.
Der zweite Tag und die folgende Nacht verliefen ruhig. Am dritten Tag jedoch kreiste ein Schwarm Krähen über der Route. Naeris sprach mit ihnen und verstand gerade genug, um die Warnung weiterzugeben:
> “He recognized us. Flee.”
Pock traf vom Boden aus mehrere der Vögel, Cruella trieb den Rest mit *Fire Bolt* auseinander, und Ravok wartete nur noch darauf, dass die herunterfallenden Krähen den Boden erreichten. Für ihn war die Angelegenheit schnell eingeordnet: fliegende Gegner waren im Zweifel Poulet.
Fast gleichzeitig fand die Bodengruppe eine Wasserstelle, deren Wasser vergiftet worden war. Elyas erkannte die Gefahr rechtzeitig und versorgte die Karawane magisch mit sauberem Wasser. Damit bewahrte er die Delegation nicht nur vor einer möglichen Katastrophe, sondern gewann ihr auch einen ganzen Reisetag. Gerade weil der Fund so offensichtlich gefährlich war, blieb die Frage offen, wer von ihm wissen sollte und wie die Information weitergegeben wurde.
In der dritten Nacht bemerkte Kailani auf ihrer Wache, dass Asteria leise mit einer Reisenden sprach. Pock ging ohne Umweg auf ihn zu; Cruella kam ebenfalls dazu. Asteria wirkte nicht ertappt, aber sichtlich unzufrieden mit dem Umgang der Eskorte mit dem vergifteten Wasser. Er erklärte, die Informationslage sei für ihn zu unklar gewesen. Auf die direkte Frage, wem er diene, antwortete er nicht mit einem Namen aus dem Schatten, sondern mit einer Loyalität, die dennoch nicht alle Zweifel auflöste:
> “I serve Vendaris, its people, and Caelion.”
Danach verlief die Reise schneller und ruhiger, als sie begonnen hatte. Das verdankte die Delegation vor allem Elyas’ Wasser. Am letzten Vormittag aber wartete noch einmal ein Ort, an dem der Wind nicht einfach nur Wind war.
## Die Türme im Sturm
![[Mood_S26_Communication_Towers.jpg|s26-de-towers]]
Vor der Eskorte erhoben sich zwei lange verlassene Kommunikationstürme. Hinter ihnen stand eine gewaltige Sandsturmwand, so reglos und so hoch, dass sie wie eine zweite, unnatürliche Landschaft wirkte. Der Sand bewegte sich, doch die Grenze des Sturms rückte weder vor noch wich sie zurück. Als die Masketiers die Sending Stones einsetzten, antworteten die alten Anlagen: In beiden Türmen erwachten die Kristalle zu kaltem blauem Licht.
Dann kam der Angriff. Mehrere [[Air_Elemental|elementare Winde]] traten aus dem Sturm. Mit ihnen bewegte sich ein grösserer, gerüstet wirkender Wirbelwächter, den die Masketiers später als [[Windmyrmidon|Vortex-Windmyrmidon]] beschrieben: Er verdichtete den Wind zu Schlägen und Druckwellen, die eine Gruppe auseinanderreissen konnten. Ein schwebender, blau leuchtender [[Vortex_Control_Node|Vortex-Kontrollknoten]] hielt diese Verteidigung zusammen. Als die Masketiers ihn zerstörten, verlor die Windformation ihre Geschlossenheit und zog sich in den Sturm zurück. Erst danach erschienen [[Dominion_Wyvernrider|Dominion-Wyvernscouts]] – koordinierte Reiter-und-Wyvern-Einheiten, die den alten Kontaktpunkt offenbar absichern sollten. Die Masketiers hielten den Platz und schlugen auch sie zurück. Weiter draussen, mehrere hundert Fuss hinter dem noch stehenden Turm, lag der zweite als zerstürzte Ruine am Boden. Sein Schaft war umgestürzt, doch in seiner geborstenen Laterne leuchteten die Kristalle weiterhin klar und unversehrt.
Elyas untersuchte die Konsolen und erkannte, dass sie manipuliert worden waren. Ein Handschuh der Dominion, der zu den besiegten Ridern passte, machte den Zusammenhang deutlich: Diese Türme waren seit langer Zeit weder von Vendaris noch von Xhar’Vesha genutzt worden. Das Dominion hatte aus ihrer Stille einen verdeckten Kontaktpunkt gemacht.
Nach dem Kampf nutzte Cruella eine Spell Scroll of *Command Wind*. Der Zauber riss einen Korridor in die Sandsturmwand und gab für einen Moment den Blick frei. Dahinter wartete jedoch kein geschütztes Lager, kein verborgenes Tor und keine andere Erklärung für den Sturm – nur weitere Wüste und kreisende Wirbel. Naeris erkannte das Phänomen aus ihrem Naturwissen als eine eindrückliche, aber natürliche Wüstenwindformation der Mondfreien Wüste. Der Sturm war kein Geheimnis. Er war ein Naturspektakel, gross genug, um sich wie eines anzufühlen.
## Ankunft in Xhar’Vesha
Die Delegation erreichte [[XharVesha|Xhar’Vesha]] am Mittag des 10. Siravel vollständig und ohne dauerhaften Verlust von Mensch oder Tier. Bei den [[Caravan_Grounds|Caravan Grounds]] fiel der Abschied von Ravok anders aus als geplant. Über Naeris und *Speak with Animals* teilte er Cruella mit, dass er zum [[Dragon_Gaze_Manor|Dragon Gaze Manor]] zurückfliegen wolle. Er wollte bei seiner «kleinen Schwester» [[Rhazaryn]] sein. Cruella liess ihn ziehen.
![[Mood_XharVesha.jpg|s26-de-xharvesha]]
Die sichere Ankunft löste allerdings nicht das unmittelbarste Problem: Unterkunft. Im [[Envoys_Sun_Court|Envoy’s Sun Court]] waren keine Zimmer frei. Die Gruppe wurde zunächst zum [[The_Blue_Pomegranate|Blue Pomegranate]] verwiesen, um sich zu sammeln, während nach Alternativen gesucht wurde. Dort bemerkte Gordo etwas, das sonst niemand eindeutig einordnen konnte. Valks Amulett schien in seiner Wahrnehmung zu leuchten. Gordo reagierte ausserdem auf sieben verhüllte Gestalten im Raum und auf einen alten Mann am Eingang. Elyas hatte die Kapuzenfiguren ebenfalls wahrgenommen, doch weder ihre Absicht noch ihre Identität liessen sich erkennen.
Dann flog eine Dattel durch den Raum. Kailani hatte mit der neuen Schleuder, die Elyas ihr gegeben hatte, eher gespielt als gezielt geschossen. Der alte Mann fing die Frucht mühelos und ass sie. Kailani reagierte mit ehrlicher Anerkennung:
> “Nice catch.”
Der Fremde nickte, als sei die Angelegenheit ernsthaft verhandelt worden.
> “Nice date.”
Er stellte sich als [[Edran_Veyr|Edran]] vor. Mit ihm reisten sieben goldene Dragonborn-Pilger, die sich als Wanderer bezeichneten, aber weder über ihre Herkunft noch über ihr Ziel viel sagten. Sie seien keine Familie, erklärten sie, nur Weggefährten auf der Durchreise. Als sie weiter in Richtung Hafenviertel ziehen wollten, stützte Edran sich beim Aufstehen kurz auf Valks Schulter. Das Amulett wurde warm. Edran liess Valk mit wenigen Worten zurück:
> “You do not need to know who is waiting at the end of the road to decide what kind of person you will be on it.”
Mit dieser Antwort auf eine Frage, die Valk nicht gestellt hatte, ging Edran weiter.
## Der Nordmarkt und Charis
![[97_Bilder_und_Dateien/96_Session_Recaps/Mood_XharVesha_North_Market.jpg|s26-de-north-market]]
Die Suche nach Unterkunft führte die Masketiers zunächst zum [[North_Market|North Market]]. Die Marktgasse lief in Richtung der massiven Nordpforte; zwischen den Tüchern und den ockerfarbenen Mauern lag hier der Geruch von Metall, Gewürzen und staubiger Wüstenluft. Bei den Ständen einer alten Zwergenhändlerin fanden sie keine Lösung für die Nacht, aber ein kleines goldenes Amulett. Die Händlerin war überzeugt, dass es Gespräche mit Tieren ermöglichen könne. Cruella wollte es sofort – für Ravok und Rhazaryn, aber auch einfach, weil ein Gegenstand mit dieser Behauptung zu gut war, um ihn liegen zu lassen. Valk und Cruella überzeugten die etwas verwirrte Händlerin mit einem gelungenen Trick davon, dass das Amulett offenbar nicht funktioniere. Sie schenkte es Cruella; Cruella liess dennoch einen kleinen Goldbeitrag zurück.
![[NPC_Charis.jpg|s26-de-charis]]
Kaum war der Handel abgeschlossen, schlug Gordo Naeris mehrmals mit dem Schwanz gegen die Wange. Er hatte einen merkwürdigen Geruch bemerkt und war sehr sicher, dass dieser Fund wichtig war. Bevor die Gruppe dem nachgehen konnte, wurde Cruella von einer rothaarigen Reisenden angerempelt. Die Fremde hatte den kleinen Amuletttrick beobachtet und grinste:
> “Nice trick there.”
Sie stellte sich als [[Charis]] vor und machte sofort klar, dass sie Unterhaltung suchte, sich in der Stadt langweilte und nicht unbedingt viele Grenzen zwischen einem beiläufigen Gespräch und offenem Flirt sah. Als sie einen Arm um Cruella legen wollte, zuckte Cruella sichtbar zurück. Valk fing in Charis’ Gesicht einen kurzen, schwer lesbaren Blick auf, bevor Charis sich wieder ihrer üblichen, unbekümmerten Art zuwandte.
Als Gordo sie zu lange anstarrte, sprach Charis ihn auf Draconic an. Die Masketiers antworteten in derselben Sprache und fragten direkt nach. Charis machte aus ihrem Geheimnis keines: Sie sei ein Dragon, zu einem Treffen eingeladen, kenne Bartos und halte ihn für ziemlich seltsam. Auf die Frage nach Hamdos reagierte sie sofort – sie kannte ihn, mochte ihn aber offenbar nicht besonders. Von Edran wusste sie hingegen nichts.
Charis suchte weiterhin «fun» und fragte, ob die Gruppe einen Bard habe. Valk reagierte eher zurückhaltend. Charis schien davon aufrichtig irritiert, denn für sie war die Sache einfach: Barden wussten schliesslich, wo die gute Zeit zu finden war. Valk erklärte, er sei mehr Poet als Lautenspieler. Charis musterte ihn und kam zu einem Urteil, das sie später noch wiederholen würde: Er war ein merkwürdiger Bard.
Da weder Charis noch die Masketiers eine Unterkunft hatten und die Hafenviertel mehr Ablenkung versprachen, führte sie die Gruppe in die [[Lake_Harbours|Lake Harbours]]. Dort stand [[The_Saffron_Veil|The Saffron Veil]] offen: ein Tanzhaus und eine Bar, bewacht von Dragonborn am Eingang. Charis ging ohne zu zögern hinein. Die Masketiers folgten ihr – manche begeisterter als andere.
## Das Saffron Veil und der Brass Dragon
![[Mood_XharVesha_The_Saffron_Veil_Interior.png|s26-de-saffron-veil]]
![[NPC_Tazira_Nahl.jpg|s26-de-tazira]]
[[Tazira_Nahl|Tazira]] eröffnete den Abend mit einer Tanzshow, die selbst im lauten Saffron Veil noch Gespräche verstummen liess. Danach trat Pock gegen Charis zu einem Trinkwettbewerb an und gewann tatsächlich. Charis hielt lange mit, musste am Ende aber so viele Drinks hinnehmen, dass sie nach dem letzten einen kleinen Funken Blitz spuckte. Irgendwann mitten in diesem Vergnügen spürte sie Hamdos’ Anwesenheit und begann sofort wieder über ihn zu lästern.
Die Gruppe teilte sich. Pock und Kailani blieben bei Charis; Valk, Cruella und Naeris gingen nach draussen, um den anderen Dragon zu suchen. Kailani begann derweil noch ein Trinkspiel mit Pock und verlor nach sehr viel Bier schon in der zweiten Runde. Ihre anschliessende Suche nach einer Unterkunft bei Tazira nahm eine Richtung, die wohl niemand geplant hatte. Eine zu direkte Frage, zu viel Alkohol, mehr als ein sehr unglücklicher Unfall und schliesslich eine zerstörte Backstage-Tür sorgten dafür, dass Kailani zwar irgendwann wieder bei der Gruppe auftauchte, aber kein Zimmer organisiert hatte. Ob die kurze Dusche hinter dem Vorhang die Situation verbessert oder bloss komplizierter gemacht hatte, dürfte vor allem Tazira beantworten können.
![[NPC_Hamdos.jpg|s26-de-hamdos]]
Draussen hatte Gordo den Geruch wiedergefunden. Hamdos stand bei Händlern und sprach mit ihnen über alles und nichts, mit der geduldigen Begeisterung eines Mannes, der ein Gespräch nicht als Weg zu einer Information, sondern als eigenes Ziel betrachtete. Cruella sprach ihn an; Hamdos erzählte bereitwillig, aber zunächst ohne wirklich etwas Entscheidendes zu verraten. Elyas versuchte unterwegs sein Tattoo unauffällig sichtbar zu machen. Hamdos bemerkte es scheinbar kaum und sprach weiter, bis Gordo ihn zu lange anstarrte.
Dann wandte Hamdos sich auf Draconic an ihn:
> “Could you perhaps stop staring at me quite so intensely?”
Damit war auch sein Geheimnis schnell keines mehr. Hamdos ist ein Brass Dragon. Er hatte bereits ein Zimmer im [[The_Golden_Sailor|Golden Sailor]] und ging dorthin. Valk reservierte und bezahlte auf dem Weg Zimmer für die ganze Gruppe – und nach Rückfrage auch für Charis. Was er nicht sofort mitteilte: Hamdos wohnte im selben Haus.
![[Mood_The_Golden_Sailor_Exterior.jpg|s26-de-golden-sailor]]
Als Cruella, Elyas und Naeris Hamdos noch einmal ansprachen, änderte sich seine Aufmerksamkeit plötzlich. Elyas’ Tattoo und Cruellas Bericht über den Dimensionsunfall, durch den die Masketiers nach Ardania gelangt waren, interessierten ihn auf einmal brennend. Aus seinen lockeren Monologen wurde ein ernstes, langes Gespräch. Valk begriff rasch, dass Charis wissen sollte, wen Hamdos gerade am Eingang beschäftigte, und eilte zu ihr zurück.
Charis begrüsste ihn dort mit einer Wiederholung ihres Urteils:
> “Ah, there is the boring bard.”
Valk schluckte die Bemerkung herunter, erklärte ihr aber, dass Hamdos im Golden Sailor mit Cruella, Elyas und Naeris sprach. Charis’ Reaktion war unmittelbar. Sie marschierte zum Hotel, stellte Hamdos am Eingang und machte ihren Standpunkt so klar, dass selbst er für einen Moment verdutzt wirkte:
> “Don’t say anything. Shut up. Don’t start with your high altitude. I’m here, you’re here – just let me be in peace. Bye.”
Damit verschwand Charis im Haus. Hamdos blieb zurück, sichtbar überrascht, aber keineswegs sprachlos. Nach dem Zimmerbezug lud er die Masketiers zum Abendessen ein.
## Was die Masketiers wissen
- Die Dominion of Scales nutzte die alten Kommunikationstürme als verdeckten Kontaktpunkt. Die Anlagen und ihre Konsolen waren manipuliert.
- Die vier Chimären der Reise trugen sichtbare Kontrollmarken und verhielten sich wie auf die Karawane angesetzte Waffen, nicht wie gewöhnliche Jäger.
- Die Windverteidigung bei den Türmen war an einen schwebenden Kontrollknoten gebunden. Dessen Zerstörung brach die unmittelbare Formation aus Elementaren und Vortex-Wächter auf.
- Die Dominion setzte dort koordinierte Wyvernscouts ein; die Reiter und ihre Tiere operierten als gemeinsame Lufteinheit.
- Der mächtige Sandsturm bei den Türmen verbarg keine Schutzwand und keinen geheimen Ort. Er ist ein natürliches Phänomen der Mondfreien Wüste.
- Die Eskorte erreichte Xhar’Vesha vollständig und ohne dauerhaften Verlust von Mensch oder Tier.
- Asteria erklärte seine Loyalität zu Vendaris, der Bevölkerung und Caelion. Seine Unruhe wegen des vergifteten Wassers und seine Rolle bleiben dennoch nicht vollständig geklärt.
- Edran und seine sieben goldenen Pilger wissen offenbar mehr über Valks Amulett, als sie aussprechen.
- Charis und Hamdos sind beide Dragons, beide zum Council eingeladen und zwischen beiden besteht eine sehr sichtbare Spannung.
- Hamdos reagierte stark auf Elyas’ Tattoo und die Geschichte des Dimensionsunfalls.
- Cruella besitzt nun ein kleines goldenes Amulett, das nach Aussage der Händlerin die Verständigung mit Tieren ermöglichen soll.
## Stand am Ende der Session
Die Masketiers befinden sich am Abend des **10. Siravel** im [[The_Golden_Sailor|Golden Sailor]] in Xhar’Vesha. Hamdos hat sie zum Abendessen eingeladen. Bis zur Abreise nach Zhal’Qasir am Morgen des **13. Siravel** bleiben der laufende Abend sowie zwei volle Tage für Gespräche, Einkäufe, Nachforschungen und eigene Szenen in der Stadt.